Freitag, 1. Januar 2021

1/12 BMW R100S

 1/12 Hales Ohta BMW R100S


Liebe Modellistos! Herzlich Willkommen im ersten Blog-Beitrag im neuen Jahr 2021.
Ich wünsche Euch ein gutes neues Jahr und vor allem Gesundheit und viel Spaß bei euren Modellbau-Projekten! :-)

Heute ist der 1.1.2021 und ich möchte euch die Baustory der klassischen BMW R100S im Kundenauftrag zeigen.
Die Basis ist ein mittlerweile rarer Bausatz von HALES UHTA 1/12 Scale Motorcycle Series No.2. Kit No.12022. Auf der Box ist ein zusätzlicher silberner Aufkleber angebracht: bb Bieco Bausatz - Deutsche Bauanleitung. Leider findet sich auf der Box oder sonst wo keine Info wann dieser Bausatz auf den Markt gebracht wurde. Meine Recherche im Internet ergab auf Umwegen über die auf der Box gezeigten Yamaha Mini Racer No.3, welche laut Scalemates ein Release Date von 197x hat, dass auch der BMW Kit um diese Zeit auf den Markt gekommen sein müsste. Anfang 1980 kam die BMW als Bausatz von Revell auf den Markt. Falls jemand genauere Infos zum Erscheinungsdatum dieses Bausatzes hat bitte gerne melden!
Mit Stand heute beim Schreiben dieses Berichts, werden gebrauchte, ungebaute Bausätze in gutem Zustand der Box zwischen € 149.- und € 399.- online angeboten.
Wir haben hier also schon einen "Vintage-Bausatz" vor uns liegen. Der Bau war sehr interessant. Man merkt den Teilen im Detail und an den Bauschritten das Alter aus dem der Bausatz stammt an. Trotzdem wurden auch damals schon mit "Liebe zum Detail" viele Details umgesetzt.

Wir lassen jetzt aber wie immer Bilder sprechen:
Am oberen Bild sieht man den Zustand der Original-Box der BMW R100S. Alle Teile waren noch original verschweißt und in Top-Zustand. Leider bis auf 1 Teil. Dazu weiter unter mehr.
Begonnen wird laut Bauanleitung mit dem Motor.
Da sich die Teileanzahl bei einem Motorrad in Grenzen hält ist das Zusammenkleben der Einzelteile unspektakulär. Die Teile müssen stellenweise entgratet werden. Die Passgenauigkeit ist in Ordnung. An der Klebenaht wird leicht verschliffen. Grundsätzlich wurden alle Teile lackiert. Der Motorblock in Aluminium silber, weitere Teile in schwarz matt oder schwarz semi-matt. 
Die Felgen sind 2 teilig. Die Bremssscheiben waren komplett verchromt. Das macht zwar optisch was her, stimmt aber mit dem Original nicht überein. Zu viele Chromteile, vor allem jene Teile die am 1/1 Modell nicht verchromt sind, lassen ein Modell billig und wie Spielzeug wirken. Somit wurden die Bremsscheiben von der Chromschicht befreit und silber lackiert.
Tank und Verkleidungen sind im Bausatz rot durchgefärbt. Die Farbe passt nicht genau, man sieht die Klebenaht am Tank und die Oberfläche verrät das Kunststoff. Und die richtige Arbeit beginnt, das Vorbereiten zum Lackieren.
Alle Teile werden verschliffen. Wir Modellbauer schleifen ja gerne. ;-)
Dann lässt man sich den originalen BMW Farbton als Airbrushfarbe mischen. Nach dem Grundieren kommt der Basecoat gleichmäßig drauf.
Alle Teile im original BMW Basecoat
Diese BMW hatte die 2 farbige Lackierung mit einem verlaufenden schwarz-rot met. Übergang. Das bekommt man mit etwas Übung mit der Airbrush sehr fein hin. Der hintere Kotflügel war schwarz.
Bevor die Decals angebracht werden kommt eine erste Schicht Klarlack glänzend auf die Teile. Auf glänzendem Klarlack haften Decals besser.
Spannend wird das Aufbringen der sehr langen und sehr dünnen Decals der goldenen Streifen.
Ich habe lange überlegt wie man diese langen Decals ohne Beschädigung anbringen kann. Durch das Alter und dadurch, dass die Decals sehr dünn sind, habe ich mich entschlossen, die Linien-Decals zu teilen. So lassen sie sich leichter anbringen und wenn man genau arbeitet sieht man die Teilung später nicht mehr.
Auch auf der Scheinwerferverkleidung befinden sich Linien-Decals. AAuch diese habe ich geteilt um sie einfacher anbringen zu können. 
Mit viel Wasser und Decal-Softener habe ich alle Decals angebracht.
Die Decals sind leider recht dunkel. Man muss genau schauen um sie zu sehen.
Nach dem Anbringen aller Decals kommen 2-3 weitere Schichten Klarlack.
Leider war 1 Teil des Bausatzes, durch das Alter, Lagerung etc. beschädigt. Das Windschild hatte einen Sprung. Ich habe versucht es zu kleben, aber der Sprung ist nicht verschwunden. Was machen wir da...
Ein Sprung im Windschild verschandelt das gesamte Modell. Aber die Erleuchtung kam prompt: 
Es gibt da so diverse Make-Up Lotionen. Eine, im Besitz meiner besseren Hälfte, fand ich im Bad so rumstehen. Interessanter als die Lotion selbst war für mich die Flasche dazu. ;-) Perfekt geeignet um ein neues Windschild zu bauen, denkt sich der Modellbauer. Aber es ist noch Lotion in der Flasche. Der Modellbauer fragt ob man die Flasche haben kann, angebrauchte Lotion wird natürlich "entsorgt". Ein unmögliches Unterfangen, da Lotion sehr wertvoll!
Somit musste ich etwas warten bis die Lotion verbraucht war und die heilige Flasche freigegeben wurde. ;-)
Mit dem originalen Windschild habe ich eine Schablone gefertigt und aus der Lotion-Flasche ein neues Windschild geschnitten...hurraaaa! :-)

Die "nackte" R100S noch vor dem leichten weathering. Alle Kabel wurden verlegt.
Nachdem das neue Windschild auf die Verkleidung geklebt und der Kleber getrocknet war, wurde abgeklebt und ein schwarzer streifen mit der Airbrush lackiert.
So sieht das Bike schon ganz gut aus. Alle lackierten Teile wurden noch auf hochglanz poliert.
Das filigrane Modell soll nun in eine Vitrine mit LED Beleuchtung. Aber so allein auf der schwarzen Base schaut das ganze Szenario etwas trist und leer aus...
Darum entsteht etwas "Umgebung" bzw. "Untergrund". Begonnen wird mit einem selbstklebenden Fahrbahnstreifen.
Etwas Wiese mit Flockingmaterial aus der Eisenbahn Nische entsteht...
Die gelben Abdeckungen schützen nur die Steckplätze der LED-Lampen während des Beflockungsvorganges.
Bepflanzung und Steine beleben den Untergrund.
Da das ganze Modell ein Geburtstagsgeschenk ist, kommt noch ein hochwertig bedrucktes Emblem aus Aluminium auf die Base.
Die BMW wurde mit dem fixierten Ständer am Modell und mit der Base mit UHU Endfest endfest verbunden. Die einstellbaren LED Scheinwerfer beleuchten das Modell.




stilvolles Ambiente




Die fertige Vitrine mit Vitrinenhaube.
Der Lenker lässt sich natürlich noch bewegen.

Fazit:
Ein schönes "Diorama" ist aus dem Vintage Bausatz geworden.
Das BMW Modell selbst ist, trotz des Alters des Bausatzes, einigen Scratchbuild Teilen wie Verkabelungen und Windschild, recht detailreich und originalgetreu geworden.
Ich gebe diesem Bausatz trotz seines Alters einen Daumen hoch. :-)

Happy Modeling, Andreas

Freitag, 4. Dezember 2020

1/8 Porsche 911 (993) Bestandsaufnahme

 1/8 Pocher Porsche 911 (993) mit Tremonia Transkits Bestandsaufnahme



Der Pocher Bausatz:
Der Pocher Porsche Bausatz ist ein gar komisches Thema. Man weiß nicht was Pocher mit diesem Bausatz vor hatte. Welche Klientel wollte man ansprechen? Der high-end Sammler oder Modellbauer konnte es nicht wirklich sein. Ältere Pocher Modelle der Prestige Serie geizten immer schon an Details. Der Porsche ist unter den Prestige Modellen der weitaus schlechteste Bausatz. Der Porsche hat nur 330 Einzelteile und war in den Farben schwarz (K30), silber (K31), blau (K33), rot (K34) und grün (K35) erhältlich. Original verschlossene Bausätze kosten mittlerweile "Monatsmieten"...

Die Karosserie:
Die Karosserie besteht aus mehreren zusammengeschraubten Kunststoffteilen die schlecht bis gar nicht entgratet sind. Die Einzelteile sind untereinander schlecht angepasst, die vordere Klappe lässt sich nicht öffnen, die Tür- und Heckklappenmechanik ist billigst und wackelt. Die Scheiben sind viel zu dick. Der erfahrene Modellbauer kratzt sich kurz den Kopf, denkt sich - hm - und findet einiges an umsetzbarem Verbesserungspotenzial.

Das Chassis:
Das Chassis besteht aus einer dicken, schweren DieCast "Wanne". Damit wollte man wohl das nicht vorhandene Gewicht der leichten und wackeligen Kunststoff-Karosserie kaschieren. Das DieCast Trumm ist schwarz beschichtet. Auch hier wurde vorher nichts entgratet. Das Fahrwerk ist sehr einfach gehalten und ist nicht gefedert. Die Vorderräder sind lenkbar. Dies wurde mit einem recht aufwendigen und recht klobigen  Übersetzungsgetriebe realisiert. Macht aber nichts, da es am fertigen Modell eh nicht sichtbar ist. Das vordere Federbein liegt oben und unten in einer Kugelpfanne welche nicht kugelig sind. Somit entsteht beim Einlenken eine Verspannung. Das wirkt sich so aus, dass die vorderen Federbeine bei Geradeausstellung etwas in den Pfannen wackeln und beim Einlenken fest sitzen.
Die hintere Aufhängung sitzt oben ebenfalls in einem Kugelgelenk (warum auch immer?) und steckt unten mit zwei Zapfen in einer Art DieCast Platte, die das restliche Fahrwerk wie Querlenker darzustellen versucht. Auch hier wieder nichts entgratet. Bei meinem Modell ist die Stellung der Hinterräder um ca. 4mm zu weit vorne. Dieser Versatz sieht im Radhaus unter der Karosserie eher sehr bescheiden aus. Dieser Umstand lässt sich aber mit etwas Aufwand berichtigen wie ihr im entsprechenden Blog-Beitrag sehen werdet.

Motor:
Die Motor-Getriebe-Einheit ist - naja - wieder als bescheiden zu bezeichnen. Es fehlt an Details und die Texturen wirken grob und verwaschen. Das Getriebe liegt bei meinem Modell vorne nur auf der DieCast Platte auf. Ohne Fixierung. Hinten steckt eine Riemenscheibe mit einem Zapfen in einem Querträger. Das ganze auch noch verschoben und nicht mittig im Chassis. Die gesamte Einheit muss neu ins Chassis eingepasst werden. Transkits helfen um den Motor später als solchen auch aussehen zu lassen.

Interieur:
Das Interieur ist einfach gehalten. Was mitunter auch dem Vorbild entspricht. Die Sitze sind aus sehr elastischem, gummiartigem, nicht entgratetem Kunststoff. Hier muss ich mir noch überlegen wie man das verbessern kann. Die Kunststoffteile des Innenraumes sind klobig ohne viele Details. Die Texturen auch hier schlecht. Transkits als Aufwertung sind notwendig. Die Teppichauskleidungen werden mit vorgestanzter selbstklebender Samtfolie realisiert. Die Stanzungen passen teilweise nicht sehr gut.
Die Windschutzscheibe, Heckscheibe und die hinteren Seitenscheiben sind ein Teil. Was heisst wir haben einen Durchsichtigen Dachhimmel wo etwas verdickt durchsichtige Sonnenblenden - immerhin- dargestellt sind. Auch hier wird es einiges an Scratchbuild geben.

Räder:
Die Felgen und Reifen gehen optisch in Ordnung. Die Reifen sind, anders als beim Ferrari F40 und Aventador, nicht steinhart sondern aus elastischem Kunststoff. Sie wirken recht authentisch.

Viele Auffälligkeiten die dieser Bausatz mit sich bringt. Nicht zu vergessen, dass wir uns hier im großen Maßstab 1/8 befinden. Insgesamt macht der Bausatz eher den Eindruck eines einfach zu bauenden Spielzeugs denn eines hochwertigen Sammlerstückes. Pocher wollte anscheinend eine Klientel ansprechen die schnell und recht einfach ein großes Modellauto zusammenschrauben kann.

Aber auch dieser Pocher-Bausatz ist derzeit recht begehrt und hat seinen Preis. Und man kann auch aus ihm ein tolles Modell zaubern wenn man sich die Zeit dazu nimmt bzw. nehmen möchte...

Genug getextet, auf geht es zu den Bildern:

Hier ist das originale Stück, gebraucht ergattert. Es waren, bis auf einige Radbolzen, alle Teile vorhanden.
Es handelt sich um den K31 Bausatz in silber.
Die vorderen Räder sitzen zentral in den Radhäusern. Man sieht die nicht entgratete Kotflügelkante. 
Hinten ist der Radversatz um ca. 4mm nach vorne sehr schön zu sehen. Das Rad steht auch zu weit draussen.
Das Interieur wirkt auf den Bildern leicht beige, ist aber hellgrau.
Das Interieur wird schwarz mit Carbon-Inlays.
Der mässig detailierte Motor.
Einige Teile wie die Lehnen der Fondsitze, Scheibenwischer und Auspuffanlage waren bei meinem Modell lose dabei.
Die Motor-Getriebeeinheit lag lose im Chassis.
Detailaufnahme der Motor-Getriebeeinheit. Es wurde versucht das Ganze mit Heißkleber zu fixieren...
Blick auf die vordere Achse. Die lenkbaren Räder sind sehr wackelig befestigt.
Nimmt man ein Hinterrad ab, sieht man direkt auf die Karosserie durch, da es keine Radhausverkleidungen gibt.
Die leichte Kunststoff-Karosserie kann einfach abgenommen werden und die aus dickem und schweren DieCast gegossene Chassis-Schale kommt zum Vorschein.
Faszinierende Details offenbart der Vorderwagen. Nämlich keine. Ist auch nicht notwendig da sich die vordere Klappe nicht öffnen lässt. 
Der Motor versprüht in diesem Detailgrad keine Faszination...aber das wird sich ändern...

Damit aus dem bestehenden Modell ein hübscher Schwan wird, musste ich folgende Pocherteile neu bestellen:
neue Pocherteile: Umrandungen der Scheiben, Teppichauskleidungen im Innenraum in schwarz, Decal-Sheets und ein paar Kleinteile wo die Radbolzen mit drauf sind.
neue Scheiben. Man beachte die faszinierenden, transparenten Sonnenblenden am ebenso transparenten Dachhimmel. :-)

Aufgewertet wird der Porsche mit allen 3 erhältlichen Tremonia-Transkits:

Die Umfänge der 3 Tremonia Transkits
Die Bauanleitungen sind ausreichend bebildert um die mitgelieferten Teile zu verbauen. Man sollte sich trotzdem zusätzlich mit Bildern aus dem Internet ausstatten. Vor allem wenn man vor hat, wie ich,  zusätzliche Scratchbuild Details einzubauen...
Styrene-Sheets für die Motorwanne
Die Photoetch-Sheets der 3 Tremonia Transkits.
Einige Minischrauben, Muttern, Drähte, Hülsen und Gurte sind in den Kits dabei.

Fazit:

Hier ist also der aktuelle Stand des 1/8 Pocher Porsche Projekts. Ich denke es lässt sich ein schönes Modell daraus zaubern.

Weiter geht es in Kürze!

Happy Modeling, Andreas